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Nachbarn

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Als die ersten Gerüchte die Runde machen, sind die Lehners alarmiert. Sie wohnen nur einen Steinwurf vom ehemaligen Altenheim entfernt, in dem 150 Asylbewerber untergebracht werden sollen. Kriminalität, Müll, zu wenig Kindergartenplätze – die Lehners teilen die Bedenken vieler Geisenhausener. Und sehen sich als direkte Nachbarn besonders betroffen.

Aus der diffusen Angst wird ein organisierter Widerstand. Eine Bürgerinitiative formiert sich. Nicht gegen Asylbewerber allgemein, sondern gegen deren zentrale Unterbringung in Geisenhausen. Heribert Lehner steht als Sprecher an der Spitze der Gruppe. Er nimmt an Sitzungen im örtlichen Rathaus teil, spricht mit der Presse und versucht, an die Entscheidungsträger in der Politik heranzukommen. Doch deren Vorhaben wird immer konkreter – und ist schließlich beschlossene Sache. Die Bürgerinitiative ist gescheitert.

Heribert Lehner denkt pragmatisch, findet sich schnell mit der neuen Situation ab und spricht von „Koexistenz“ und einem Abbau der „Konfrontationen“. Seine Nachbarn kann man sich nicht aussuchen, also warum nicht das Beste daraus machen? Ein Jahr nachdem die ersten Asylbewerber das Heim bezogen haben, ist von den ursprünglichen Ängsten kaum etwas geblieben. Man kennt sich und grüßt sich. Ärgern müssen sich die Lehners nur, wenn einer der Asylsuchenden laut telefonierend auf der Straße auf und ab geht. Problemchen unter Nachbarn. Mit dem Unterschied, dass diese Nachbarn auf der Flucht vor politischer Verfolgung, Hunger, Kriegen waren - und nun einen Steinwurf vom Haus der Lehners auf die Bewilligung ihres Asylantrags warten. An einem Zwischenort, den sich keiner von ihnen ausgesucht hat.

Nachbarschaftsanwärter: Herkunftsländer der Asylbewerber

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Asylbewerber kommen aus

Quelle: UNHCR

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